DSDM Atern und Scrum - Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Atern ist ein weiterer Vertreter der agilen Prozesse. Weitestgehend eigenständige Teams, die durch die Übernahme von Verantwortung hyperproduktiv werden und deutlich bessere Ergebnisse produzieren als herkömmliche Entwicklungsteams kennen wir von Scrum. Enger Kundenkontakt, iterative Entwicklung und ständige Überprüfungen und Anpassungen sind auch hier die Erfolgsgaranten. Dies verwundert nicht, ist doch das DSDM-Konsortium Erstunterzeichner des Agilen Manifestes.
Scrum wiederum, als bekanntester Vertreter der agilen Prozesse in Deutschland, hat durchaus seine Schwächen. Deshalb seien an dieser Stelle mal nicht die vielen Gemeinsamkeiten zu Scrum herausgestellt, sondern die Unterschiede.
- Kontrolle vs. Transparenz
Hauptcredo von Scrum ist die Transparenz. Werden Dinge nicht geschafft, ist bereits während des Sprints durch den Burndown Chart erkennbar, dass es eine Schieflage gibt. Ehrliches Präsentieren der Ergebnisse und eine genaue Definition von „fertig“ sollen dazu führen, dass jederzeit ein treffender Stand des Projektes bekannt ist und entsprechend gegengesteuert werden kann, sollte dies nötig werden. Leider funktioniert dies nur, wenn auch ehrliche Angaben gemacht werden. Wissend, dass dies der Pferdefuß bei vielen Projektsituationen ist, setzt Atern an dieser Stelle mehr auf etwas Kontrolle. So kann der Projektmitarbeiter nicht mehr „schummeln“, sondern muss seine Ergebnisse vorweisen und kontrollieren lassen.
- Rollenkonzept vs. freiwilliger Bereitschaft, das Richtige zu tun
Scrum-Teams sind „cross functional“ ausgerichtet. Durch Teammitglieder, die unterschiedliche Qualifikationen und Fähigkeiten besitzen, sollen alle notwendigen Aufgaben in der geforderten Qualität und Geschwindigkeit adressiert werden. Einzige Sonderrollen sind der Scrum Master, der die Einhaltung des Prozesses überwachen und Hindernisse aus dem Weg räumen soll und der Product Owner, der die Kundenanforderungen priorisiert und verständlich dem Team übergeben sollte. Leider ist bei Scrum nicht definiert, wer welche Aufgabe innerhalb des Teams definiert. Die Erwartung ist, dass motivierte Mitarbeiter die anliegenden Aufgaben schon erledigen werden. Sind in solchen Teams Mitarbeiter, die eher „Drückeberger“ sind, bleiben notwendig zu erledigende Aufgaben liegen. Atern hat ein ausgeprägtes Rollenkonzept. Hier haben einzelne Teammitglieder bestimmte Rollen inne und damit eindeutig zugeteilte Aufgabenbereiche. Hier bleibt nichts mehr ungetan, weil jemand meint, ein anderer würde die Aufgabe schon übernehmen.
- Phasenkonzept vs. Expertentum
In den Originalbeschreibungen zu Scrum sind keinerlei Phasen definiert. Dies ist auch einer der Hauptkritikpunkte an diesem Prozess. Das Fehlen definierter Phasen wird oft gleichgesetzt mit fehlendem Design, was natürlich mit mangelhafter Software gleichzusetzen ist. Selbstverständlich führt die Anwendung von Scrum nicht zu mangelhafter Software, ganz im Gegenteil. Eine Designphase beispielsweise, in der die Anwendungsarchitektur festgelegt wird, ist auch in jedem Scrum-Projekt vorhanden. Wenn dies jedoch nicht explizit vom Prozess gefordert wird, besteht die Gefahr, dass bei fehlerhafter Implementierung des Prozesses solche vermeintlichen Selbstverständlichkeiten nicht beachtet werden. Deshalb gibt es bei Atern ein ausgeprägtes Phasenkonzept, das dafür sorgt, dass keine Stufe der modernen Softwareentwicklung vergessen wird. Zusätzlich sorgt eine Beschreibung von zwingend erforderlichen Produkten dafür, dass auch eine entsprechende Dokumentation vorhanden ist.
Die Erfinder von Atern waren offenbar der Auffassung, dass Dinge möglicherweise vergessen oder ignoriert werden, wenn sie nicht explizit vorgeschrieben sind. Diese Meinung ist sicher für den deutschen Markt nicht ganz unbegründet. Es kommt halt immer darauf an, den richtigen Prozess in der richtigen Umgebung einzusetzen. Lassen Sie sich von uns helfen, den für Sie richtigen Prozess auszuwählen und umzusetzen.
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